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„Satt ist nicht genug“ – 57. Aktion von Brot für die Welt

Die Medienagentur in Hemsbach

„Satt ist nicht genug“ – 57. Aktion von Brot für die Welt

Zwei Milliarden Menschen leiden unter chronischem Vitamin- und Nährstoffmangel. Sie bleiben in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit weit zurück und werden schneller krank. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt stellt das Problem Mangelernährung in den Mittelpunkt der neuen Spendenaktion. Sie wird unter dem Motto „Satt ist nicht genug“ am 1. Advent mit einem zentralen Festgottesdienst in der Marktkirche Hannover eröffnet. Mit dabei sind Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

Brot für die Welt kämpft gegen Mangelernährung

Einen wichtigen Beitrag gegen Mangelernährung leisten traditionelle Getreide-, Obst- und Gemüsesorten. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Weil diese alten Sorten auch an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind, halten sie Klimaschwankungen besser aus. Brot für die Welt setzt sich deshalb dafür ein, traditionelle Kulturpflanzen auf vielen Kontinenten zu erhalten.

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, ist überzeugt: „Mangelernährung behindert Entwicklung genauso wie Hunger. Deshalb brauchen Kleinbauern freien Zugang zu traditionellem Saatgut. Sie müssen es bewahren, vermehren und weitergeben dürfen wie sie es immer getan haben.“ Das von den Konzernen entwickelte und mit Marktmacht global verbreitete Saatgut verdränge die Sortenvielfalt und trage zur Mangelernährung und Verarmung der Kleinbauern bei, sagt Füllkrug-Weitzel. Projektpartner von Brot für die Welt ist diesmal die indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva. Die Trägerin des Alternativen Nobelpreises hat Ende der 1980er Jahre die Organisation Navdanya („Neun Samen“) ins Leben gerufen. Vandana Shiva ist es zu verdanken, dass es heute in vielen indischen Dörfern wieder Saatgut-Banken gibt.

Vandana Shiva in einer Saatgutbank. Bild: Thomas Lohnes/Brot für die Welt

Vandana Shiva in einer Saatgutbank. Bild: Thomas Lohnes/Brot für die Welt

Eröffnung der Aktion am 1. Advent

Die Predigt am 1. Advent hält Landesbischof Ralf Meister. Er weist darauf hin, dass „das Recht auf Nahrung zu den am häufigsten verletzten Menschenrechten zählt.“ Daher sei der Kirche das Thema Zukunft der Landwirtschaft ein wichtiges Anliegen. Dr. Christoph Künkel, Vorstandssprecher des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen, spannt den Bogen von der 57. Aktion zum Essen in Kindertagesstätten. Von ausgewogener Ernährung in Kitas profitieren einerseits die Kinder, die sich so besser entwickeln können, andererseits auch die regionalen Landwirte. Das gelte global wie lokal.

Eröffnungsgottesdienst am Sonntag

Der zentrale Eröffnungsgottesdienst findet am 29. November in der Marktkirche Hannover statt. Die ARD überträgt den Festgottesdienst von 10 bis 11 Uhr live.

 

 

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